![01/07/02 - Der selbe Richter soll über schwule Männer in Kairo urteilen! [ posted by Thomas Kolb email sos_egypt@gmx.de ]](http://ep.yimg.com/ca/I/gayegypt_2212_76653008)
Posted by Thomas Kolb: Email sos_egypt@gmx.de
Der neue Prozess gegen 50 Männer in Ägypten wegen "Unzucht" wird heute
(2.7.02) vor der Strafkammer des Gerichts in Qasr El-Nil (Stadtviertel von
Kairo) eröffnet. 52 Männer waren im Mai 2001 im schwimmenden Nachtclub
"Queen Boat" verhaftet. 23 Männer veruteilte das Staatssicherheitsgericht im
November zu Hafstrafen von 1-5 Jahren und Zwangsarbeit, 29 waren damals
freigesprochen worden. Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak hob kürzlich
die Urteile auf und verwies den Fall zurück an die Staatsanwaltschaft mit
der Begründung, ein Sittendelikt sei kein Fall für das
Staatsicherheitsgericht. 21 der 23 Inhaftierten kamen daraufhin gegen
Kaution frei. Die beiden auch wegen "Verächtlichmachung der Religion" zu 3
bzw. 5 Jahren verurteilten "Rädelsführer" blieben in Haft, denn ihre Urteile
wurden nicht aufgehoben.
amnesty international und andere Menschenrechts-Organisationen, Künstler und
Politiker in aller Welt hatten den Prozess, der von einem Sondergericht
unter Ausnahmerecht stattfand, als unfair und unrechtsstaatlich kritisiert
und die Freilassung aller Betroffenen gefordert. Nach der Intervention des
Präsidenten müssen sich nun 21 Verurteilte und 29 im ersten Prozess
Freigesprochene erneut vor Gericht verantworten.
Als Farce darf der neue Prozeß schon vor seiner Eröffnung gelten, denn der
selbe Richter, der schon im ersten Verfahren durch seine Voreingenommenheit
aufgefallen war (Zitat: "Bringt die Schwuchteln herein!"), soll jetzt wieder
der Verhandlung vorsitzen, obwohl das Gericht ein völlig anderes ist. Dies
meldete die Internationale Lesbischwule Menschenrechtskommission IGLHRC -
eine Angabe, die Thomas Kolb von der MeRSI-Gruppe Frankfurt vom amnesty
international aus Anwaltskreisen in Ägypten bestätigt bekam. "Wir bleiben
dabei, dieser Prozess hätte nie stattfinden dürfen, dies gilt für den ersten
wie für den jetzt beginnenden zweiten Prozess", erklärte Kolb anläßlich der
heute eröffneten Verhandlung. "Homosexualität ist kein Verbrechen, und wir
sind überzeugt, daß diese Männer alleine aufgrund ihres sexuellen
Orientierung verfolgt werden. Dies ist absolut inakzeptabel!"
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